Zoll warnt vor Zigaretten mit Milben und Schimmel
Diese Milben fanden sich in Zigaretten. Foto Zollfahndungsamt Hamburg Foto: KN-online.de
Zoll warnt vor Zigaretten mit Milben und SchimmelKiel/Hamburg - Hohe CO2-Konzentrationen, Milben, Sporen von Schimmelpilzen - das alles findet sich in geschmuggelten Zigaretten, die Zollfahnder in Kiel, Lübeck, Flensburg und Hamburg sichergestellt haben. 25 Ermittlungsverfahren laufen bereits, weitere Funde sind nicht auszuschließen.
Als Dietmar Schulze kürzlich eine der Packungen öffnete, müffelte es unangenehm: „Es roch leicht spakig, wie Schimmel“, erinnert sich der Sprecher des Zollfahndungsamtes Hamburg. Dort ist man in Sachen Schmuggelzigaretten einiges gewohnt. Bei vier Millionen sichergestellten Zigaretten ist das kriminelle Geschäft mit der Rauchware inzwischen ein Alltagsdelikt. Bis zum vergangenen Jahr wurde die Schmuggelware beschlagnahmt und vernichtet, ohne sie aufwendig analysieren zulassen. „Andere Zollfahndungsämter haben allerdings schon mal solche Untersuchungen machen lassen, und dabei wurden hohe Belastungen an Pestiziden gefunden“, sagt Schulze. Doch im vergangenen Jahr seien dann auch in Hamburg Schmuggelzigaretten erstmals zur Analyse geschickt worden: Ein Mann hatte die Polizei verständigt, weil ihn nach dem Rauchen massive Übelkeit plagte. Er hatte die Zigaretten ahnungslos an einer Hamburger Tankstelle gekauft.Die eingeschalteten Zollbeamten stellten fest, dass die Ware gefälscht war und schon allein wegen der hohen CO2-Konzentration nie hätten in den Verkehr gebracht werden dürfen. „Bei weiteren Untersuchungen wurden dann Pilzsporen und Tiere in einer Charge entdeckt. Den Milben ging es offenbar dank hoher Luftfeuchtigkeit gut in den Zigaretten“, sagt Schulze.
Für ihn steht fest: „Wer Schmuggelware raucht, muss mit Gefährdungen rechnen, die das ohnehin hohe Gesundheitsrisiko beim Rauchen noch erheblich vergrößern.“Nicht nur in Hamburg, sondern auch in Kiel, Lübeck, Flensburg und in Nordrhein-Westfalen wurden seither solche Gift- und Ekel-Zigaretten gefunden. Laut Zollfahndungsamt wurden sie von Kiosken, Tankstellen und auf Flohmärkten verkauft. „Die Ermittlungen laufen noch. Noch ist unklar, wo die Zigaretten produziert wurden. Fest steht, dass sie ein gefälschtes Steuerzeichen haben, das selbst für Kettenraucher auf den ersten Blick echt aussieht“, erklärt Schulze. Deshalb gebe es wohl auch einige Endverkäufer, die die Ware für legal gehalten und mit gutem Gewissen verkauft haben. Allerdings gilt auch hier: Wer Schmuggelware in gutem Glauben verkauft oder kauft, ist vor dem Gesetz grundsätzlich ein Steuerschuldner.
Wie aber kann man sich vor solch schwer erkennbaren illegalen Zigaretten schützen? Das einzig Sichere ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Wer das nicht will, dem rät das Zollfahndungsamt, Zigaretten in einem alteingesessenen Geschäft zu kaufen, mit dem man gute Erfahrungen gemacht hat. Dort sei das Risiko geringer, dass der Betreiber auf das verlockende Angebot der Schmuggler hereinfalle, an einer Stange Zigaretten statt der üblichen rund sechs Euro nun zwölf Euro zu verdienen. Zudem gelte: Wenn die Zigarette merkwürdig riecht oder anders schmeckt, sollte man die Packung der Polizei übergeben